Chemieprüfung. Ein Punkt im Medizinstudium, von dem ich froh bin, dass er hinter mir liegt. Weil ich aber doch den Versuch unternehmen will, einst gelerntes Wissen nicht nach wenigen Monaten komplett vergessen zu haben, habe ich hier den Prüfungstrainer Chemie rezensiert:

Ich finde, das schmerzvolle Erlebnis des Chemie-lernens wird von diesem Buch tolerierbar gemacht. Entgegen den mehrmaligen, feurigen Motivationsreden gewisser Profs für die ‚wunderschöne Chemie‘, ist in mir noch kein Enthusiasmus für das Fach ausgebrochen. Aber, die unguten Erinnerungen an‘s KMP1-lernen sind bei mir auch nicht wieder aufgekommen. Stattdessen setze ich mich ca. 10 min hin – auch mal im Bus oder im Zug - und arbeite ein Kapitel durch. Das geht flott, ist nicht überfordernd – aber am Schluss hat man doch was gelernt!

Geschickt verpackt serviert der Prüfungstrainer Chemie den Inhalt des dazugehörigen Lehrbuchs von Axel Zeeck – mit Lückentext, Zuordnungsaufgaben und den guten alten MC-Aufgaben wird der Stoff in einer Prüfungsartigen Athmosphäre wiederholt. Und mit dem Wissen, dass falsche Antworten fast keine Konsequenzen haben (außer man ist allzu hart mit sich selbst...), macht das sogar einigermaßen Spaß. Am Anfang wird mit der ‚Overtüre‘ ein gedanklicher Startpunkt gegeben, an den man mit seinem Lehrbuchwissen anknüpfen kann – dann folgen gleich die ersten Aufgaben und fordern die grauen Zellen. Das System funktioniert  sehr gut, und das Selbsttesten ist meiner Meinung nach eine der effektivsten Methoden um den eigenen Lernerfolg sicherzustellen – in diesem Buch wird die Antwort sogar mit etwas Kontext verraten, sollte man einmal das zugehörige Kapitel nicht ganz so genau durchgepaukt haben.

Alles in allem finde ich, dass einige gute Didaktik und ein paar gute Gedanken in dieses Büchlein geflossen sind – es ist eben nicht nur eine Sammlung von MC-Fragen. Ich habe beim Bearbeiten gelegentlich so etwas wie Spaß verspürt, und schon alleine deswegen kann ich das Büchlein getrost weiterempfehlen.