Wie hältst du’s mit der Biochemie?

Die ewige Gretchenfrage ob Horn oder Duale Reihe das bessere, oder eigentlich subjektiv geeignetere, Lehrbuch sei, lässt sich auch nach der genauen Begutachtung schwer beantworten. Die Duale Reihe ist sicher das sachlichere und wissenschaftlichere Lehrbuch, was der „Horn“ dem entgegenzusetzen hat, wird im Folgenden unter die Lupe genommen.

 

Gestaltung

 

Der Stoff ist erzählerisch in Kapitel unterteilt, zum Schlagwörter suchen eignet sich diese Version des Inhaltsverzeichnisses nicht. Auch der Rest des Textes ist ein Fließtext der gelegentlich von kurzen Grafiken, Schemata oder Merksätzen unterbrochen. Der Text ist flüssig geschrieben und lässt sich gut lesen. Der Leser wird direkt adressiert, bekommt Sachverhalte nicht selten mittels Vergleichen, Anekdoten oder Gedankenexperimenten erklärt. Die Schriftart in Grafiken und Chemischen Formeln ist Comic Sans MS. Schon von außen gut erkennbar sind die Kapitel farbig markiert, was Klebezettel überflüssig macht.

 

Inhalt

 

Dieses Lehrbuch deckt alle KMP-relevanten Biochemie Themen zuverlässig ab. Als Einstieg dient ein Kapitel Wiederholung der Grundlagen der Chemie, welches sich auch wunderbar zum Lernen für die KMP1 eignet und so manche Verständnislücken über Zusammenhänge schließen kann. Man merkt deutlich, dass das Autorenteam sich alle Mühe gegeben hat, die großen Zusammenhänge studentenfreundlich zu erklären und dabei die Details nicht auf der Strecke lässt. 

 

Beurteilung

 

Das Lehrbuch darf sich zurecht als solches betiteln, es ist nicht nur ein Konglomerat von Formeln und Stichpunkten, sondern ist im Prinzip ein allwissender Tutor im Buchformat. Der teils trockene Stoff wird angenehm aufgelockert und erklärt, die Witzchen und Anekdoten sorgen für gelegentliches Schmunzeln während dem Lernen. Zugegeben gibt es sicher Studenten, die mit der Dualen Reihe glücklicher würden, aber für mich, die vor Biochemie großen Respekt hatte, war die Herangehensweise des Buches genau richtig, um mir die Angst zu nehmen und die Lernerfahrung durchaus angenehm zu gestalten. Was aber ein Dorn im Auge ist und bleibt ist die Verwendung von Comic Sans MS in jeder Grafik. Insgesamt ein sehr zu empfehlendes Lehrbuch.

 

Lisa Kelm

Die Ausgabe „Pädiatrie“ der Checklisten-Reihe von Thieme ist eine große Zusammenfassung der relevantesten Themen in diesem Fach. Auf 941 Seiten werden prägnant und einprägsam die Fragestellungen eines Klinikers beantwortet.

Das Buch wird in vier Teile geteilt: Der graue Teil umfasst die Grundlagen, der grüne die Leitsymptome, der blaue die Krankheitsbilder der Neonatologie und Pädiatrie und der rote die Notfälle und pädiatrische Intensivmedizin. Anschließend gibt es noch einen sehr hilfreichen Anhang mit Auflistung der Vorsorgeuntersuchungen, Normlaborwerte, Perzentilen, Antibiotikatherapien inklusive der Dosierungen und eine kurze Erklärung der Immuntherapien. Zu Beginn gibt es außerdem noch eine Tabelle mit den Vitalparametern jeglicher Altersstufen und den Algorithmus für die Reanimation von Kindern.

 

Im grauen Teil, also bei den Grundlagen, werden die normale kindliche Entwicklung beschrieben, sowie ärztliche Routinemaßnahmen, spezifische und intensivmedizinische ärztliche Maßnahmen und wie der Umgang mit Patienten und Eltern zu bewältigen ist.

Der grüne Teil, also das Kapitel der Leitsymptome, ist aufgeteilt in gastrointestinale, pulmonale, kardiovaskuläre, neuropädiatrische und dermatologische Leitsymptome. Zusätzlich gibt es noch jeweils ein Kapitel für Klein- und Großwuchs und generalisierte Leitsymptome. Zuerst werden die Symptome definiert und differenziert. Es wird erklärt, was die häufigsten Ursachen sind, aber auch welche Differentialdiagnosen man im Kopf haben sollte und wie man zur richtigen Diagnose kommt.

Im blauen Teil werden die wichtigsten Krankheitsbilder sämtlicher Bereiche erklärt und wie man sie diagnostiziert und therapiert. Auch hier wird wieder auf die Differentialdiagnosen verwiesen.

Der rote Teil behandelt Themen wie z.B. die Reanimation, Beatmung, Schock, Dehydratation, Störungen im Elektrolyt-Haushalt, Verbrennungen, sexueller Missbrauch u.v.m. Neu in dieser Auflage ist das Kapitel „Kindlicher Schlaganfall“.

 

Das Layout ist sehr schlicht mit viel Text. Hin und wieder sind aber auch Grafiken und Bilder zu finden.

 

Fazit:

Ich kann dieses Buch absolut empfehlen. Es eignet sich um Dinge nachzuschlagen – im Studium, als auch in der Klinik, aber auch genauso um das nötige Wissen für eine Prüfung etc. zu erlernen

Ein großer Pluspunkt für Gray `s Atlas der Anatomie ist die Kompaktheit zu einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis. Die Abbildungen sind maximal einprägsam, die Schicht für Schicht die anatomische Tiefe des Menschen darstellen. Unterstützt wird das Ganze durch Röntgen-, Ultraschall- und vor allem CT-Bilder. In 8 Kapitel aufgeteilt werden die Köperabschnitte des Menschen bebildert. Besonders wertgelegt wird auf die Oberflächenanatomie, was den Beginn eines jeden Kapitels prägt. Die Zeichnungen sind eingängig und dienen ihrem Zweck, aber -meiner Meinung nach-  im Sobotta und besonders im Prometheus wesentlich besser. Die Zusammenfassungen am Ende sind mithilfe von Tabellen und Schemata äußerst gut strukturiert und übersichtlich. Dies ermöglicht ein schnelles Wiederholen des Erlernten. Das besonders handliche Buch ist für die Mitnahme auf Reisen oder auch in den Sezierkurs geeignet. Inhaltsverzeichnis, Bildunterschriften, Überschriften sind in Deutscher als auch in Englischer Sprache verfasst. Bildbeschreibungen sind wie gewohnt lateinisch.

 

Fazit: Einen Prometheus oder einen Sobotta kann dieser Atlas nur schwer ersetzen. Jedoch zur Mitnahme in den Präparier Kurs kann es eventuell von Nutzen sein. Zudem hat es seinen Anreiz, wegen der umfangreichen klinischen Bezugnahme und kann als Einstieg oder zum Wiederholen des gelernten Stoffes sehr hilfreich sein. Schon im Buchumschlag wird das Werk besonders für Pflegeberufe, aber für MedizinstudentenInnen lediglich als „guter Mitnahmeatlas“ empfohlen.  Schon da stellt sich einem/r die Frage, ob der Kauf lohnenswert ist. Wer sich intensiver mit der Materie befassen möchte, sollte Gray ´s Atlas der Anatomie als zusätzliche Lektüre verwenden, da -meiner Meinung nach- der klinische Aspekt sehr markant im Buch durchzieht. Alles in allem: Eine schöne Ergänzung in der Anatomiebuchsammlung.

Das Buch umfasst 33 Kapitel, die wiederum in 4 Abschnitte gegliedert sind. Im ersten Kapitel werden allgemeine Diagnoseverfahren vorgestellt und erklärt. Das reicht vom Erstellen eines Status bis zu den standardmäßigen Bildgebungsverfahren.
Danach werden im zweiten Kapitel kurz anhand von den wichtigsten Leitsymptomen mögliche Diagnosen und ihre Therapien erläutert.
Die eigentlichen pneumologischen Erkrankungen werden im dritten Kapitel behandelt und sind dabei wieder in einzelne Themengebiete gegliedert.

Das vierte und letzte Kapitel ist eine Art Sonstiges. Hier werden noch einmal einzelne Therapiemöglichkeiten erklärt, der Ablauf einer Rauchentwöhnung geschildert, sowie die Erstellung eines Gutachtens erläutert.

 

Die Checkliste Pneumologie zeichnet sich durch einen sehr strukturierten Aufbau aus, wodurch ein schnelles Nachschlagen, um sich zum Beispiel über eine Erkrankung oder Diagnoseverfahren einzulesen, vereinfacht ist. Und da die Unterpunkte meist gleich aufgebaut sind, findet man sich schnell zurecht.
Besonders anzumerken ist, dass der praktische Ablauf von einigen Untersuchungen genau geschildert wird. So kann man sich gut vorbereiten und kennt für die Famulatur bereits ein paar Handgriffe.

Geprägt ist das Buch ebenfalls durch viele Abbildungen, Diagramme und Tabellen, welche die Information äußerst verständlich präsentieren bzw. eine ausgezeichnete kurze Übersicht darstellen. Dazu kommt, dass die Abbildungen, vor allem die Röntgenaufnahmen, eine sehr ansprechende Bildqualität zu Papier bringen. Dies stellt einen guten Einblick in die Radiologie dar.

Fazit:
Die Checkliste Pneumologie eignet sich durch ihre Strukturiertheit als Nachschlagewerk sowohl während als auch nach dem Studium. Und hilft durch eine gründliche Beschreibung von Untersuchungsverfahren sich zum Beispiel auf eine Famulatur vorzubereiten.
Aufgrund der durchgehenden Systematik wird es meiner Meinung nach seinem Namen „Checkliste“ auf jeden Fall gerecht.

Wie man schon an der Seitenzahl merkt ist das Kurzlehrbuch Innere Medizin nicht wirklich kurz, was aber durch die Breite des Faches Innere Medizin auch durchaus nachvollziehbar ist.

In 12 Kapiteln werden alle Gebiete der Inneren Medizin vorgestellt und erklärt. Diese reichen von der Kardiologie, der Pneumologie, Immunologie über den Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt. Zu Beginn jedes Kapitel werden jeweils kurz die Leitsymptome geschildert. Darauf folgt dann die Beschreibung der unterschiedlichen diagnostischen Methoden, wie sie angewendet und ausgewertet werden; meist anhand einer Tabelle oder einer übersichtlichen Grafik. Sehr positiv fallen auch die vielen grün gedruckten Praxistipps und die Bilder, die gewisse Untersuchungen veranschaulichen, auf.

Nach diesen allgemeinen Informationen werden nun die dem Kapitel entsprechende Krankheiten vorgestellt und nacheinander ausführlich erläutert. Die Texte sind gut verständlich und prägnant, wie man es sich von einem Kurzlehrbuch erwartet. Durch die nicht zu langen einzelnen Unterkapitel, eignet sich dieses Buch gut zum Lernen und erschlägt einen nicht trotz der umfangreichen Seitenzahl. Die einzelnen Grafiken lockern das Buch immer wieder auf und helfen zur Verdeutlichung z.B. durch die Abbildung der Zellreihen der blutbildenden Zellen im Kapitel der Hämatologie. Ebenso werden wichtige Details immer durch MERKE-kästchen hervorgehoben.

Alles in allem ist das Kurzlehrbuch sehr für den klinischen Studienabschnitt zu empfehlen. Es eignet sich durch seine Didaktik sowohl gut dafür es komplett durchzuarbeiten zur Prüfungsvorbereitung als auch als Nachschlagwerk und ist somit eine gute Alternative zu den ansonsten noch dickeren Büchern wie der Dualen Reihe, dem Basislehrbuch Innere Medizin  oder dem sehr bekannten Herold.

Das Buch ist in 13 Kapitel aufgeteilt und behandelt in diesen die verschiedensten innerklinischen Notfälle von kardiovaskulären, neurologische, nephrologische Notfälle bis hin zu Infektionen. Ebenso ist der Reanimationsalgorithmus gleich am Anfang aufgeführt, ein kurzes Kapitel zur Notfallsonographie und zum Echo. Als letztes Kapitel sind dann noch die häufigsten Notfallmedikamente kurz aufgeführt.

Generell beschreibt das Buch die Themen der einzelnen Kapitel nur in Algorithmen oder mit verschiedenen Tabellen und Kästen als Diagramm, meist pro Thema auf zwei Seiten.

So dient das Buch hauptsächlich dazu bei bestimmten Fällen eine Behandlungsstrategie schnell und effizient nachzuschauen. Sicher sehr sinnvoll für die ersten Nachtdienste in der Klinik, da zu den meisten Krankheitsbildern die Maßnahmen Schritt für Schritt dargestellt sind. Wer allerdings mehr Text oder generell Informationen zu den einzelnen Krankheitsbildern haben möchte, ist bei diesem Buch schlecht beraten. Dem entsprechend  ist es auch schlecht zum Lernen geeignet.

Die einzelnen Diagramme sind aber nach einer kurzen Einlesephase sehr übersichtlich gestaltet und  gut verständlich, aber es wird dennoch klinisches Wissen vorausgesetzt.

Gut und sehr hilfreich finde ich vorallem die kurze und prägnante Medikamentenliste, die z.B. eine Tabelle mit der Morphinäquivalenzdosis enthält oder die übersichtliche Tabelle für die Wirkspektren der Antibiotika.

Weiterer Bonuspunkt ist das Abkürzungsverzeichnis am Ende des Buches. Gerade für den Anfang in der Klinik, wenn einem die geläufigen Abkürzungen noch nicht viel sagen, ist es eine super Quelle, um diese nachzuschauen.

Außerdem kann man vorne im Buch auf vier Seiten die wichtigsten Telefonnummern der eigenen Klinik und der verschiedenen Fachbereiche selbst reinschreiben. Sicher eine gute Idee, auch wenn das Buch für die Kitteltasche fast ein bisschen groß ist.

Summa summarum ein Buch, das sich für den Klinikanfang sicher lohnt und selbst für spätere Dienste sicher ein gutes Werk ist, um sich schnell über die ersten Handlungsschritte einen Überblick zu verschaffen. Fürs Studium mehr als Zusatzlektüre fürs KPJ oder die Famulatur geeignet.

Wie der Name schon vermuten lässt, werden im Buch die 50 häufigsten bzw. wichtigsten Orthopädie-Diagnosen in Fallbeispielen, dargestellt.

Zunächst finden sich drei getrennte Inhaltsverzeichnisse (u.a. nach Diagnosen und nach Regionen sortiert), was die Übersichtlichkeit extrem verbessert.

Danach folgt das Buch einem ganz klaren Aufbau: Bei jedem Fall wird zunächst in einigen Sätze die Anamnese beschrieben, daraufhin die Untersuchungsbefunde. Darunter werden fünf Fragen an den Leser gestellt, die auf den nächsten drei Seiten beantwortet werden. Ans Ende eines jeden Falls wird noch eine kurze Zusammenfassung gestellt.

Die gestellten Fragen zielen meist auf die  Verdachtsdiagnose, mögliche Ursachen, Therapien, etwaige Komplikationen etc. ab.

Auf den nächsten drei Seiten werden sie nun mit je einem Textfeld und evtl. noch mit Röntgenbildern, Fotos und anderen Graphiken ergänzt. Meist wird dabei noch einmal grob die dazugehörige Anatomie wiederholt und dann die Standarduntersuchungsmethoden, -ursachen, -therapieformen etc. abgedeckt. Manchmal werden auch Alternativtherapien kurz angeschnitten.

Die einzelnen Antworten werden durch einen farblichen Marker getrennt, somit kann man auf einen Blick zu der gewünschten Antwort springen. Häufig stehen nach beantworteter Frage ein ‚Merke‘-Kästchen, das noch einmal das Wichtigste wiederholt.

Die Texte sind sehr verständlich verfasst und auch ohne vorheriges Studium der Orthopädie erfassbar. Auch die Tatsache, dass ein Fall in vier Seiten abgehandelt wird, erleichtert das spontane Lesen eines Kapitels.

Die Fälle decken vom Karpaltunnelsyndrom, über Deformationen, Frakturen, Luxationen etc. ein breites Spektrum ab. Man muss aber natürlich sagen, dass auf vier Seiten nur ein Überblick über einen Fall präsentiert werden kann. Hintergründe und Therapien/Ursachen, die nicht den Standard entsprechen, fehlen hier. Da es sich hier aber um ein Fallbeispielbuch (und kein Lehrbuch) handelt, ist das völlig legitim.

Fazit:

Das Fallbeispielbuch ist meiner Meinung nach ein top Buch um sich auf eine Orthopädie-Famulatur vorzubereiten, besonders wenn man darin noch keine Vorlesungen hatte. Die kurzen Fälle erlauben es auch während einer Kaffeepause schnell einen Überblick über ein Thema zu erhalten. Ein Lehrbuch ersetzen kann dieses Buch allerdings nicht, aber besonders für die praxisorientierteren Studierenden unter uns, kann es eine tolle Lektüre zum Wiederholen sein.